Katerstimmung

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Eine Woche nach der Thüringen-Wahl

Zugegeben, ich hatte schon den ganzen vergangenen Sonntag so’n mieses Gefühl, was die Thüringen-Wahl angeht. Die Prognosen, Hochrechnungen und das Endergebnis haben’s dann bestätigt. Auch hier gewinnen die Faschos an Boden.

Fast 24% wählen rechtsextrem

Die Rechtsaussen der AfD haben tatsächlich fast 24% holen können – ein schreckliches, ein entsetzliches Ergebnis. Das sagt aber kaum einer. Stattdessen so Beschwichtigungsnummern wie „aber gut 75% haben nicht AfD gewählt“. Was ist das denn für ein Argument? Nach einem Flugzeugabsturz habe ich noch nie gelesen „Regt Euch nicht auf, drei Viertel haben doch überlebt…“.

Oder eben noch bei Twitter gelesen: „…das sind keine Rechten, sondern Protestwähler“ – das Argument zählt ebenfalls nicht! Protestwähler strafen die Partei, die sie sonst wählen, damit ab, dass sie Außenseiter unterstützen, nicht einer mittlerweile sehr starken Oppositionspartei ihre Stimme schenken. Wer die AfD wählt, wählt rechts. Fast 24% der Wahlberechtigten in Thüringen haben sich also bewusst dazu entschieden ihre Stimme einer Partei zu geben, die ganz klar faschistische und völkische Positionen vertritt.

CDU wackelt

Als wäre das nicht schlimm genug, kommen nun nicht ganz eine Woche nach der Wahl Stimmen aus den Spitzenpositionen der thüringischen CDU, man dürfe ja auch mal über eine CDU-Minderheitenregierung nachdenken, die von der AfD geduldet wird. Und so wird den Faschos die Hand gereicht…

Regierungsbildung wird dauern

Bei dem Wahlergebnis ist völlig ungewiss, wie lange die Bildung einer funktionsfähigen Landesregierung Thüringen dauern wird; sicher ähnlich lange wie das Chaos nach der letzten Bundestagswahl. So lange bleibt Bodo Ramelow erstmal geschäftsführend im Amt und hat – wohl in Erwartung einer ähnlichen Situation – bereits vor der Wahl den neuen Haushalt durch den Landtag gebracht.

Und nun?

Können wir nun wieder zur Tagesordnung übergehen? Eigentlich nicht. Denn fast 24% haben Hetzer-Höcke und seine Bande gewählt. Das darf uns nicht egal sein.

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