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Das Theater um Adblock Plus

Freier Content ist am Ende, glaubt man einigen Posts; dank “Adblock Plus” – so heißt nämlich die Sau, die momentan gern durch’s digitale Dorf getrieben wird. Verlage geißeln das Browser-Plugin gerne als den Anfang vom Ende frei verfügbaren Contents, während unverbesserliche Netzaktivisten das Tool als Heilsbringer für ein unkommerzielles Internet sehen.

Betrachten wir die Situation mal nüchtern.

Der Betrieb von Webseiten kostet Geld – nicht nur für die Technik (Hosting, Funktionen, etc.), sondern vor allem auch die Generierung der Inhalte. Bei privaten Websites ist das relativ egal, da zumeist nur eine Person dahintersteckt, die das als Hobby betreibt. Bei großen Newsportalen wie Spiegel Online stecken da komplette Online-Redaktionen dahinter, da die Verlage nach vielen Fehlschlägen erkannt haben, dass man Print-Inhalte nicht 1:1 ins Netz stellen kann. Diese Online-Redakteure werden von den “klassischen” Print-Redakteuren auch gerne mal als Journalisten zweiter Klasse betrachtet, das Thema gehört aber gerade nicht hierhin. Einigen wir uns einfach darauf, dass die Bereitstellung von hochwertigem Content mit Arbeit verbunden ist und die entsprechenden Mitarbeiter auch ein Anrecht darauf haben, dafür bezahlt zu werden. Frank Patalong von Spiegel Online kotzt sich in seinem Beitrag zu dem Thema richtig aus, hat im Kern aber Recht.

Wie finanzieren sich solche Websites? Richtig – durch Werbung. Als User konsumiere ich den Content und zahle mit der Aufmerksamkeit, die ich den eingebundenen Verbraucherhinweisen zukommen lasse. Ein Modell, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht hat.

Nun kommt ein Tool namens Adblock Plus daher und blendet die Werbung aus, verhindert also die “Zahlung per Aufmerksamkeit” – damit funktioniert das Modell nicht mehr.

Gehen wir einen Schritt weiter. Wie selbstverständlich nutzen wir alle Google und Facebook und nehmen diese Dienste quasi als Grundrecht wahr. Dahinter stecken aber nun einmal keine Non-Profit-Organisationen, sondern Firmen. Wir bezahlen zwar kein Geld für die Nutzung dieser Dienste, bezahlen aber quasi mit unseren Daten, die diese Plattform in die Lage versetzen uns auf unsere Interessen zugeschnittene, “personalisierte” Werbung anzuzeigen und so die Streuverluste für ihre Werbekunden zu minimieren.

Nun mal konkret zur Werbung im Netz. Es existieren die verschiedensten Werbeformate im Internet – vom klassischen Banner, der sich devot in die Kopfzeile schmiegt, bis zum nervigen Pop-Up, vom Skycraper in der Seitenleiste bis zu wilden Flash-Spielereien, die die halbe Seite auseinandernehmen. Zugegeben – einige der Formate sind mehr als nervig; das ist zumeist aber eine Folge mangelnder Kreativität, nicht unbedingt die Schuld der Werbeform. Das Pop-up nehme ich da aus – da kann man kreativ sein, wie man will, niemand wird es lieben… Aber zurück zum Thema. Werbung verkauft nur, wenn sie wahrgenommen wird. Werbung wird nur wahrgenommen, wenn sie Aufmerksamkeit erregt. Das geht nun auf der einen Seite durch “bunt und elektrisch”, also mit dem Dampfhammer – oder aber durch gute Kreation. Und an dieser Stelle sollte man mal ansetzen…

Es ist nicht die Werbeform, die uns nervt – es ist die schlechte Werbung!

Zurück ins Hauptmenü. Das sogenannte “freie” Internet, wie es so gerne postuliert wird, existiert nicht – denn ohne die werbefinanzierte Industrie wäre die Infrastruktur niemals soweit ausgebaut worden. Das Internet wäre nach wie vor ein Netzwerk der Universitäten bzw. des Militärs. Der bereitgestellte Content hat das WWW erst zu dem gemacht, was es heute ist. Als der erste Banner am 27.10.1994 auf Hotwired.com eingeblendet wurde, begann man diesen Content zu monetarisieren. Und dieser Banner konnte immerhin eine Klickrate von 78% generieren – ich glaube nicht, dass diese Marke danach jemals geknackt wurde.

Wo geht der Weg nun hin? Konsequent wäre ein Abo-Modell der Verlage, dass die Werbung ausblendet. Zahle Geld und Du bekommst keine Werbung angezeigt – zahle Aufmerksamkeit und die Banner blinken munter weiter. Das Problem ist, dass immer direkt vom Untergang journalistischer Kultur bzw. der Raffgier der Verlage gesprochen wird, wenn das Thema auf werbefinanzierten Content kommt.

Diejenigen, die sich am lautesten über Werbung aufregen können sich ja mal vorrechnen lassen, was die GEZ oder Sky verlangen müssten, wenn das Programm der öffentlich-rechtlichen ohne Werbeblöcke, bzw. das Bundesliga-Paket ohne Trikot- und Bandenwerbung kosten würde… Einfach mal kurz überlegen, was ohne Sponsoring (das ist auch Werbung) teurer werden würde…

Ich würde mich freuen, wenn alle wieder auf eine sachliche Ebene zurück kommen könnten.

re:views in anderen Blogs

Die re:publica ist vorbei und die Blogwelt bloggt die re:views. Schön, dass man so mal den eigenen Eindruck mit dem der anderen vergleichen kann. Hier mal eine bunte Mischung von re:publica-Berichten auf diversen Blogs:

“re:publica: Alles gut!” – Christian de Vries

“Einfach mal machen lassen statt meckern” – Ute Klingelhöfer

re:publica 2013: Kein Klassentreffen und eine geplatzte Blase” – Stefan Evertz

“re:publica 2013: Replik, Respektsbekundungen, ein Rant und offene Fragen” – Lena Reinhard
(Infografik!)

 

Und hier noch der Sessionplan mit allen Video-Links.
Gerne erweitere ich diese Liste – schickt mir einfach lohnenswerte Links.

re:publica 13 // re:view

Die Welt kompakt am 2. Tag der re:publica – mit einem Bild von mir
Die Welt kompakt am 2. Tag der re:publica – mit einem Bild von mir

Habemus re:publica. Und wieder läuft das Klassentreffen der digitalen Szene, d.h. eine bunte Mischung von (Möchtegern-)Netzpersönlichkeiten, Journalisten, Bloggern, einigen Reklameheinis und Digital-Esoterikern. Und natürlich die gerade in Berlin obligatorischen Hipster. Viel Dumdidum und viel Flausch – und gerne mal Seitenhiebe auf die Piraten und intensives Gekloppe auf die Telekom (#drosselkom).

So schön einige Vorträge auch sind – die re:publica ist immer noch in erster Linie ein Networking-Event. Daher habe ich mir auch gar nicht so viele Vorträge vorgenommen – eine gute Entscheidung, denn wie schon vermutet, habe ich Gott und die Welt getroffen…

Viele Vorträge sind eh online abrufbar, daher werde ich jetzt keine Einzelkritiken schreiben. Ein paar sollten aber nicht unerwähnt bleiben:

Tag 1:

Gunther Dueck – der Erwartungsdruck war sicherlich groß seit seinem Vortrag “Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem” auf der rp11. Nach einer Pause 2012 lud er in diesem Jahr zum “Interkulturellen Diskurs“, ein Vortrag, der mir wieder sehr gefallen hat; zum einen, weil Hr. Dueck sich nicht so sehr ernst nimmt und alles mit einer absoluten Gelassenheit vorträgt. Zum anderen, weil er die Situation zwar nüchtern und ohne viel Emotionen analysieren, sie dann aber doch amüsant erklären kann.

Besonders hängen geblieben ist bei mir die Aussage, dass es wenig Sinn macht, dass wir alle untereinander Blogartikel zur Netzpolitik schreiben – da wir sie ja auch nur untereinander lesen. “Die Realität ist da draußen”, so Dueck.

Abends dann der Vortrag von Sascha Lobo – wieder mal als “Überraschungsvortrag” angekündigt – manchmal hatte man aber auch den Eindruck, er sei selbst überrascht. Mr. Internet wirkte manches mal recht unvorbereitet, erzählte nicht viel Neues und nutze den Rest dann eher zur Vorstellung seines Projektes “Reclaim Social Media“. Ok, das Projekt klingt sehr interessant und macht sicherlich Sinn (alles Social-Aktivitäten automatisiert ins eigene Blog zurück führen) – allerdings gehört das meiner Meinung nach nicht unbedingt auf die Mainstage der re:publica.

Tag 2:

Morgens bekam ich eine SMS (Danke noch mal an Judith und Johannes!) mit obigen Bild aus der WELT Kompakt – ich hatte zwar gemerkt, dass mich Montag jemand vor dieser Wand fotografiert hatte, mir dabei dann aber nix gedacht. Auf meine Twitter-Nachricht hinsichtlich eines Bildhonorars hat sich die Weltkompakt aber noch nicht gemeldet.

Ansonsten habe ich mir am zweiten Tag zwei eher Geek-orientierte Vorträge gegönnt. Zum einen “Crowed Sourced Astronomy“, in der die Physikerin Carolin Ödman-Govender erst eine kurze Einführung in astronomische Technik gab und dann einen Überblick über die ganzen Volunteer-Programme im Netz gab; angefangen bei SETI@home bis zu GalaxyZoo. Beeindruckend auch die Fakten: so würden für die in einem [sic!] radioastronomischen Observationstag generierten Daten mehr als 15 Millionen 64GB-iPods füllen. Zum anderen sah ich mir “Faszination Grundlagenforschung: Das Higgs, Big Data und Teilchenphysik” an – ein Vortrag dreier DESY-Forscher vom LHC am CERN – erwähnenswert die Aussage von Kerstin Borras zum Thema “Warum tun wir das eigentlich” (ab 33:00): ‘Natürlich kann man auch sagen: Warum gebe ich nicht dieses Geld, um Hunger in der Welt zu stillen – aber dann ist es weg, die Ursache ist aber nicht behoben. Und Ursachenbehebung kann man eigentlich nur durch Forschung, technologischen Fortschritt und Bildung bringen’

Tag 3:

Internet hin- oder her – einige Leute schreiben nach wie vor Bücher, im Internetumfeld werden diese vorzugsweise bei O’Reilly verlegt. So war auch der Vortrag “Internetmeme” irgendwie eine Promoveranstaltung. Allerdings eine gelungene und ich denke, ich werde mir “Internet-Meme – kurz & geek” kaufen; denn die Autoren beginnen nicht erst bei “Gangnam Style”, sondern setzen in den Anfangstagen des Internets an und verfolgen so die Entstehung und Verwendung von z.B. “LOL”, “ROFL” oder “CU” bis in die Gegenwart – ebenso natürlich den Pedobear (Kumā), Imageboards oder ein Rückblick auf Geocities.

 

Fazit

Die re:publica war wieder mal eine Reise wert. Bei der Fülle der Sessions und Workshops ist es ganz normal, dass man sich zwischen zwei Highlights entscheiden muss. Zudem gibt es grundsätzlich Sessions, die toll klingen, aber enttäuschend sind und langweilig klingende Sessions, die absolut super sind. Dank YouTube kann man sich diese dann später immer noch anschauen, sofern man sie verpasst hat. Das Networking ist aber immer noch das A und O der Zusammenkunft. Die Aussage, dass dieses Jahr das WLAN funktioniert hat, habe ich leider erst zum Abschluss mitbekommen – ich hatte es dieses Jahr gar nicht erst versucht…

Und ja – auch auf der re:publica14 werde ich sein.

 

+++ UPDATE +++

Dass in einem Wahljahr kein Spitzenpolitiker dort auftauchte kann zweierlei bedeuten: entweder ist das re:publicum keine lohnenswerte Zielgruppe, “weil die ja eh immer meckern” – oder die Organisatoren hatten kein Bock auf Wahlkampf-Polemik und haben die entsprechenden Herrschaften gar nicht erst geladen. Im ersten Fall täte es mir leid, im zweiten ziehe ich den Hut.

pre:publica

Sonnenuntergang vom S-Bahnhof Warschauer Straße aus gesehen
Sonnenuntergang vom S-Bahnhof Warschauer Straße aus gesehen

Morgen startet die re:publica13 in der STATION, angereist bin ich schon gestern, um der Hauptstadt meine jährliche Aufwartung zu machen. Gestern hatte ich endlich mal die Gelegenheit “Paules Metal Eck” in Friedrichshain nebst unmittelbarer Nachbarschaft und Szene-Flair kennen zu lernen; Fazit: der Laden hat zu Recht einen so guten Ruf. Nette Leute, kalte Getränke und alle Metal-Spielarten verheißen schöne Abende..  Wird sicher nicht mein letzter Besuch gewesen sein…

Heute habe ich das gute Wetter genutzt und mir schön einen Sonnenbrand geholt, als ich mich drei Stunden lang von einem Touri-Dampfer über Spree und Landwehrkanal schippern ließ. Eine echt empfehlenswerte Tour, da man so mal ganz andere Blicke auf die Stadt bekommt. Bilder habe ich genug gemacht, die muss ich aber erst von der Kamera ziehen, dann bekommen sie hier ebenfalls ihren Platz..

Kippen aus!

In NRW ist seit heute Nacht der verschärfte Nichtraucherschutz in Kraft. Seit 00:00 Uhr darf in Kneipen, Festzelten o.ä. nicht mehr geraucht werden. Für die Nicht rauchende Gäste und Angestellten ohne Zweifel ein Vorteil. Wenn die Schadstoffbelastung für die Mitarbeiter tatsächlich höher ist als für Mitarbeiter im Bergbau – so gestern ein Vertreter der Ärztekammer NRW im Interview – dann ist das durchaus gerechtfertigt.

Aber war das in dieser Form nötig? Die bisherige Regelung mit Raucherkneipen und separaten Raucherräumen war doch ok. Dann soll in den Raucherräumen halt kein Service stattfinden, dann ist das Problem gelöst. In reinen Raucherkneipen sollen dann halt nur die arbeiten, die eh selber rauchen – was meiner Erfahrung nach eh auf viele Mitarbeiter in der Gastronomie zutrifft. Und als Gast kann ich doch selbst entscheiden, ob ich lieber in eine Raucher- oder Nichtraucherkneipe gehe.

An das vielfach in diesem Zusammenhang beschworene Kneipensterben glaube ich nicht – schließlich funktioniert es in anderen Ländern auch gut so; bereits vor Jahren habe ich das in Schottland gesehen, wo man drinnen nicht rauchen und draußen nicht trinken darf. Warum schreibe ich dann diesen Artikel? Meiner Meinung nach wird mit zweierlei Maß gemessen: denn z.B. Behörden haben nach wie vor die Möglichkeit, Raucherräume einzurichten. Hier mal ein Auszug aus einer mir vorliegenden Mail von der persönlichen Referentin von Ministerin Steffen dazu:

“Raucherräume sind nur noch in wenigen Bereichen wie z.B. in Behörden möglich. Den dort tätigen Raucherinnen und Rauchern, die dort in der Regel ganztägig beschäftigt sind und sich nicht nur vorübergehend in den Räumlichkeiten aufhalten, kann ein besonderer abgeschlossener Raum zur Verfügung gestellt werden. Allerdings hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass der Schutz der nichtrauchenden Beschäftigten gewährleistet bleibt. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes ist daher zu empfehlen, Rauchgelegenheiten für Beschäftigte nach Möglichkeit im Außenbereich der Arbeitsstelle einzurichten. Dabei handelt es sich im Übrigen nicht um eine Sonderregelung für den öffentlichen Dienst, sondern entspricht den Regelungen, die allgemein für Arbeitsstätten gelten.”

Soso, die Regelung gilt allgmein für Arbeitsstätten? Der Wirt darf aber scheinbar die Spielregeln für sein eigenes Geschäft nicht bestimmen – wenn er z.B. dafür Sorge trägt, dass in Raucherräumen kein Service statt findet, sollte der Arbeitsschutz doch ausreichen. Wenn es eine Einraumkneipe ist und alle Mitarbeiter eh rauchen – wo ist das Problem?

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Die Einhaltung flächendeckend zu kontrollieren, dazu fehlt den Ordnungsämtern mit Sicherheit das Personal. Das bedeutet, dass die nur bei Beschwerde tätig werden – das aber auch nur bis 18:00 Uhr, wie WDR 2 gestern berichtete – danach sei dann die Polizei zuständig. Die eh schon unterbesetzte Polizei soll also nun ausrücken, wenn sich irgendein Lehrer oder so (sorry liebe Lehrer, der Verdacht liegt nahe) beschwert? Die werden sich bedanken…

Ich bin bekanntermaßen Nichtraucher – nichtsdestotrotz soll doch jeder selber entscheiden dürfen, was er tut. Ich bin mal sehr gespannt, wie das wird, wenn die Schützenfeste starten…

Ungenutzte Steilvorlage

Eigentlich fahre ich ganz gerne mit der Bahn. Insbesondere auf längeren Strecken habe ich dabei den Twitter-Dialog mit @db_bahn schätzen gelernt, die immer sehr zeitnah und oft auch humorvoll geantwortet haben. Nur heute morgen nicht. Da ich keine Lust hatte, meine Tasche wegen eines Kaffees durch den halben Zug bis zum Bordrestaurant zu schleppen, habe ich folgendes getwittert:

 

Berg und Prophet halt. Aber nix ist passiert. Kein Kaffee und vor allem – keine Antwort. Ersteres war zu verschmerzen, aber diese Social Media Steilvorlage nicht zu nutzen hat mich doch etwas enttäuscht. Voller Wehmut denke ich an eine legendäre Keksdiskussion zurück… damals schleppte sich der ICE in dem ich saß mit letzter Kraft in den Bahnhof von Leverkusen, wo wir dann einen Ersatzzug bekamen. Kann ja alles mal passieren, aber mein Hinweis per Twitter, dass doch zur allgemeinen Stimmungsbesänftigung Kekse durch die Bahn verteilt werden sollten, wurde immerhin mit Humor beantwortet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Art von Kommunikation habe ich gestern vermisst :-(

@db_bahn, bitte melde Dich.

 

+++ UPDATE 26.04.+++

Auf meinen Twitter-Hinweis auf diesen Artikel hat sich das Team gemeldet – so, wie’s sein sollte… :-)

 

Kreislinge unter sich

Freitag und Samstag fand im Essener Unperfekthaus das erste Barcamp zum Thema Google+ statt – für mich war es das erste Barcamp überhaupt und so war ich gespannt auf Form und Inhalt dieser Art von Konferenz, auch wenn ich nur freitags dabei sein konnte.

Das Unperfekthaus in Essen ist im Prinzip ein Künstlerdorf mitten in der Essener Innenstadt, wo die Besucher Künstlern aller Couleur über die Schulter schauen können – eine echt inspirierende Umgebung für eine freie Konferenz – mal was ganz anderes als die klinischen Locations, die man sonst von Tagungen und Kongressen so kennt.

Wie bereits erwähnt, war es mein erstes Barcamp – und ich bin vom Format echt begeistert. Spannende, professionelle und anregende Gespräche auf Augenhöhe mit vielen interessanten Leuten. Allein aufgrund der neuen Bekanntschaften hat sich der Besuch schon gelohnt.

Zum Inhalt: Obwohl viele der Teilnehmer irgendwie schon mit Google+ zu tun hatten, gibt es nach wie vor eine Menge offener Fragen. Allgemeiner Tenor war, dass Google+ in Zukunft sicher eine immer größere Rolle spielen wird – insbesondere aufgrund der SEO-Relevanz (Stichwort AuthorRank) sowie der Möglichkeiten, die Hangouts bieten. Wie Google+ aber in die allgemeine Kommunikation neben Facebook und Twitter einzubinden ist – da gibt es nach wie vor kein Patentrezept. Das allgemeine Interesse an Google+ nimmt auf jeden Fall zu – daher sollte sich jeder damit befassen, der sich mit Kommunikation beschäftigt. Google+ hat großes, aber bislang ungenutztes (weil wohl auch unerkanntes) Potenzial.

Wer genau darauf kam, die Fans/Follower bei Google+ nun als “Kreislinge” zu bezeichnen – ich weiß es nicht; aber dass ich am Freitagabend der erste war, der sich kreislinge.de gesichert hat, das ist Fakt :-) Falls jemand einen guten Vorschlag für eine Google+-relevante Projektierung hat kann sich gerne melden.

Vielen Dank von meiner Seite noch an die Initiatoren  Stefan Evertz und Björn Tantau.

 

Hier noch die ersten Links zum gpluscamp (weitere gerne in den Kommentaren hinterlassen):

Kreislinge… oder warum Google+ doch kein Alien-Social-Network ist
Von Geisterstädten, Kreislingen und ungenutzten Potenzialen – Das erste Google+ Barcamp
Google Plus – das unterschätzte soziale Netzwerk

Treffen der Kreislinge – das #gpluscamp
 
 

gpluscamp Recap: BarCamp rund um Google+ in Essen

 

Acer C710 Chromebook Erstbetrachtung

Heute mal ein wenig Technik. Chromebooks wurden zwar bereits seit Mitte 2011 vorgestellt, waren aber kaum verfügbar. Nun gibt es ein paar neue Modelle wie das Samsungs Serie 5, das Chromebook Pixel oder auch das hier vorgestellte Acer C710, so dass ein genereller Blick auch mal Sinn macht.

Grundsätzlich zu sagen ist, dass ein Chromebook in erster Linie ein Zugang zu den Online-Apps von Google darstellt und daher auch ganz klar nur mit Netzzugang Sinn macht; für den Offline-Betrieb gibt es zwar ein paar spezielle Apps, das Netbook spielt seine Stärken aber nur online aus.

Hier nun mal ein erster Erfahrungsbericht über das Acer C710 Chromebook. Zuerst stand natürlich die Frage im Raum, welches Chromebook ich mir holen will – ausschlaggebend waren dann aber doch nur zwei Faktoren. Preis und – dem eigentlichen Chromebook-Konzept widersprechend – die Größe des integrierten Speichers. Das ebenfalls in die engere Wahl gekommene Samsung 303C12 sieht zwar ganz klar besser aus, kostet aber 20 Euro mehr bei einem verhältnismäßig winzigen Flashspeicher von 16 GB. Das Acer C710 dagegen verfügt über eine 320GB HDD. Und da ich z.B. Fotos über den integrierten CardReader-Slot zuerst auf dem Gerät zwischenspeichern möchte bevor ich sie in die Cloud verfrachte, war die größere Platte ausschlaggebend.

Wie das Chromebook im Dauereinsatz performt, kann ich noch nicht sagen – daher hier zuerst mal die ersten Facts:

- Ersteinrichtung: ein Kinderspiel; ins WLAN einloggen, mit Google-Konto anmelden, fertig.

- Bootvorgang: geht fix, innerhalb von knapp 40 Sekunden inkl. Anmeldung war das System online.

- integrierte Kamera: HD-Qualität, macht ‘nen passablen Eindruck

- Touchpad: nicht ganz so sensibel wie das beim MacBook, aber da kommt man nach Eingewöhnung sicher mit klar

- Akkulaufzeit: laut Hersteller liegt die bei 4-5 Stündchen; ich werde berichten, wenn ich das mal im Dauereinsatz hatte

- Sound: bei den Lautsprechern wurde wohl gespart; sowohl in Qualität als auch Lautstärke. Erste Höreindrücke sind eher blechern. Intensivtests folgen.

Zu den allgemeinen Google Apps muss ich sicher nicht viel erzählen, die sind ja hinlänglich bekannt. Spezielle Apps für Chrome werde ich in nächster Zeit testen und hier vorstellen.

Fazit zum ersten Eindruck: das Acer C710 Chromebookist eine ideale Ergänzung für die Hardware-Sammlung des permanenten Onliners. Wer Cloud-Speicher und Online-Apps gut mit seinem Gewissen vereinbaren kann, für den ist das Chromebook ein gutes Zweitgerät für Urlaub und / oder Freizeit.

Fortsetzung folgt…

 

Google Keep – ein erster Blick

Als begeisterter Evernote-Nutzer machte mich Googles Ankündigung eines Notizendienstes durchaus neugierig. Ernüchterung heute beim ersten Blick auf die Weboberfläche von Google Keep. Auch wenn das entsprechende Video (s.u.) das alles so schön und einfach darstellt – Google Keep ist momentan nicht mehr als eine Post-it-App. Strukturieren kann man die verschiedenen “Zettel” nicht, ihnen nur verschiedene Farben zuweisen. Auch das thematische Gruppieren, die Verwendung von Tags oder die Indexierung ganzer PDF-Inhalte etc. fehlt.

Die Listenfunktion ist ebenso weit von einer wirklichen To-Do-App entfernt.
So können z.B. keine Deadlines definiert werden etc.

Fazit: Von einem wirklichen Notizbuch-Dienst wie Evernote oder einer To-Do-App wie Things ist Keep noch weit entfernt.

Hinweis: diese erste Beurteilung betrifft nur die Weboberfläche, zur Android-App verweise ich auf einschlägige Fachblogs wie your-android.

Hier mal ein paar Ansichten von Google Keep:

Eine Notiz bei Google Keep
Eine Notiz bei Google Keep
Eine Liste bei Google Keep
Eine Liste bei Google Keep